Wichtige Informationen zu Minijobs im gewerblichen Bereich


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Sie sind kurz davor, einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen? Oder möchten Sie sich als Minijobber über die Rechte und Pflichten in diesem Arbeitsverhältnis informieren? Wissenswerte und nützliche Informationen sind im Folgenden für Sie zusammengefasst:

Man unterscheidet zwischen Minijobs im gewerblichen Bereich und Minijobs im privaten Bereich. Unter Minijobs im gewerblichen Bereich versteht man alle Arbeitsverhältnisse, die nicht in privaten Haushalten ausgeführt werden. Das Arbeitsverhältnis besteht zwischen Ihnen und einem Unternehmen.

Im gewerblichen Bereich unterscheidet man zwischen zwei verschiedene Arten von Minijobs:
Zum einen die geringfügig entlohnte Beschäftigung, und zum anderen die kurzfristige Beschäftigung.

Geringfügige Beschäftigung

Bei einer geringfügigen Beschäftigung darf das monatliche Einkommen die Grenze von durchschnittlich 450 Euro nicht übersteigen. Aus diesem Grund wird diese Art Arbeitsverhältnis neben „Minijob“ auch häufig „450-Euro-Job“ genannt.

Wenn durch einmalige Zahlungen, wie dem Weihnachtsgeld, doch mehr als 450 Euro an Sie gezahlt werden, kann trotzdem noch alles im Rahmen bleiben, wenn Sie im Monat zuvor zum Beispiel weniger verdient haben.

Es gilt das regelmäßige monatliche Einkommen über 12 Monate verteilt zu betrachten. Bei einer geringfügigen Beschäftigung macht das im Jahr 5.400 Euro. Diese Obergrenze darf nicht überschritten werden. Es ist jedoch legitim, wenn Sie im November, aufgrund von Weihnachtsgeld 650 Euro verdienen, im August dafür aber nur 250 Euro bekommen haben.

Übersteigt ihr Jahreseinkommen 5.400 Euro, dann handelt es sich nicht mehr um einen Minijob, sondern um eine versicherungspflichtige Beschäftigung.

Kurzfristige Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung wird, wie der Name es schon andeutet, nur für einen bestimmten Zeitraum ausgeübt. Im Einzelhandel kommt es im November und Dezember zum Beispiel häufig dazu. Hier werden neue Mitarbeiter zur Unterstützung des Weihnachtsgeschäftes eingestellt. Im Januar enden solche Arbeitsverträge dann meistens. Auch über einen Sommer lang zur Hilfe in der Landwirtschaft gibt es kurzfristige Beschäftigungen.

Die Dauer dieser Beschäftigung darf zwei Monate, oder insgesamt 70 Arbeitstage nicht überschreiten. Es ist davon auszugehen, dass an fünf Tagen in der Woche gearbeitet wird. Die Höhe des Einkommens spielt bei einer kurzfristigen Beschäftigung keine Rolle, sondern lediglich der Arbeitszeitraum.

Wenn innerhalb kurzer Zeit hintereinander immer wieder eine kurzfristige Beschäftigung aufgenommen wird, dann spricht man von einer regelmäßigen Beschäftigung. Die Rahmenbedingungen einer kurzfristigen Beschäftigung gelten in diesem Fall nicht mehr.

Mehrere Minijobs

Jeder Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, mehr als einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen. Bei dem Ausüben von Minijobs muss man unterscheiden, ob es sich um mehrere Nebenjobs handelt, oder ob eine Hauptbeschäftigung mit zusätzlichem Minijob vorliegt.

Wer keiner sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgeht, kann mehrere Minijobs haben. Es ist aber darauf zu achten, dass die regelmäßige monatliche Gehaltsgrenze 450 Euro nicht übersteigt. Alle Gehälter sind in diesem Fall zusammenzurechnen. Sollte diese Obergrenze doch überschritten werden, dann muss dies bei der Krankenkasse gemeldet werden.

Hauptbeschäftigung und Minijob

Es besteht die Möglichkeit, neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung auch einen Minijob auszuüben. Wer neben dem Hauptberuf nur einen Nebenjob hat, braucht nichts weiter zu beachten. Das Gehalt des Minijobs wird in diesem Fall nicht mit dem Gehalt der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet. Es entstehen keine zusätzlichen Ausgaben.

Anders ist es, wenn ein Arbeitnehmer neben einer Hauptbeschäftigung mehr als einen Minijob ausübt. In diesen Fall wird das zweite Minijob-Gehalt mit dem Brutto-Verdienst der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet. Somit fallen für den zweiten (oder auch dritten oder vierten) Minijob Beiträge für die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung an.

Die Versicherungspflicht

Minijobber unterliegen der Versicherungspflicht. Dass bedeutet, sie müssen einen Anteil zur Rentenversicherung zahlen. Von der Pflicht einer Sozialversicherung sind Sie als Minijobber befreit. Diese übernimmt der Arbeitgeber. Doch auch von dem Beitrag zur Rentenversicherung können Sie sich befreien lassen. Der Arbeitgeber zahlt zur Rentenversicherung 15% Ihres Einkommens, Sie selbst einen Eigenanteil von 3,7%.

Auch wenn Sie als 450 Euro-Kraft eine private Unfallversicherung haben, reicht das für Ihren Minijob nicht aus. Hier muss von Ihrem Arbeitgeber eine gesetzliche Unfallversicherung abgeschlossen werden. Diese ist zwingend erforderlich, damit Sie bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten abgesichert sind.

Die Melde- und Beitragspflicht

Wer in seinem Betrieb einen Minijobber beschäftigt, der muss diesen bei der Minijob-Zentrale melden. Das ist die Aufgabe des Arbeitgebers. Meldungen müssen je nach geringfügiger Beschäftigung, aber auch nach kurzfristigere Beschäftigung, unterschiedlich durchgeführt werden. Hier finden Sie weitere Informationen dazu: https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/1_Broschueren_und_Info_Blaetter/1_gewerblich/SummaSummarum_Meldung.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Jeder Arbeitgeber muss für geringfügig Beschäftigte Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung, aber auch weitere Pauschalabgaben zahlen. Mehr Informationen zu den Pauschalabgaben finden Sie hier: https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/04_450_euro_minijob/04_pauschalabgaben/node.html

Ihre Rechte als Arbeitnehmer

Wer einer geringfügigen Beschäftigung im gewerblichen Bereich nachgeht, gilt vor dem Gesetz als Teilzeitkraft. Aus diesem Grund gelten für Minijobber die gleichen Arbeitnehmerrechte wie auch für alle anderen Beschäftigten. Egal, ob es um bezahlten Urlaub geht, einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, oder dem Einhalten der gesetzlichen Arbeitszeiten von täglich nicht mehr als acht Stunden: Es gelten die gleichen Rechte und Pflichten für jeden Arbeitnehmer. Mehr Informationen zu Ihren Arbeitnehmerrechten finden Sie hier: https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/20_arbeitsrecht/node.html

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