Nebenjob bei Arbeitslosengeld - Das müssen Sie beachten


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Dürfen sich Personen, die Arbeitslosengeld beziehen, mit einer geringfügigen Beschäftigung etwas dazuverdienen? Welche Regelungen und Pflichten gibt es, die eingehalten werden müssen? Wie wirkt sich ein Minijob auf das Arbeitslosengeld aus? Sie sind auf der Suche nach Informationen rund um das Thema Minijob und Arbeitslosengeld? Dann sind Sie hier genau richtig!

Minijob und Arbeitslosengeld I

In vielen Haushalten sind die monatlichen Ein- und Ausgaben genau aufeinander abgestimmt. Wenn aufgrund eines Jobverlustes alle Ausgaben durch das Arbeitslosengeld I abgedeckt werden müssen, kann es schnell zu finanziellen Engpässen kommen. Diese Kluft zwischen dem Arbeitslosengeld I und dem bisherigen Einkommen lässt sich mit der Aufnahme eines Minijobs ein wenig verkleinern. Allerdings gibt es diesbezüglich ganz klare Regelungen, die eingehalten werden müssen:
  • Sobald die Zusage über eine geringfügige Beschäftigung erhalten wurde, muss umgehend die Bundesagentur für Arbeit darüber benachrichtigt werden. Diese Meldepflicht sollte unbedingt ernst genommen werden, da ansonsten jegliche Ansprüche verfallen könnten.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit darf 14 Stunden und 59 Minuten nicht überschreiten. Wer 15 oder mehr Stunden innerhalb einer Woche gearbeitet hat, gilt nicht mehr als Arbeitslos. Dementsprechend stehen einem keine Sozialleistungen mehr zu.
  • Wer mithilfe eines Minijobs das Arbeitslosengeld I ein wenig aufstocken kann, profitiert zunächst von mehr finanzieller Sicherheit. Dennoch sollte es oberste Priorität bleiben, einen Voll- oder Teilzeitjob zu finden. Die eigentliche Jobsuche darf durch die Ausübung des Nebenverdienstes nicht in den Hintergrund rücken.
  • Die zusätzlichen Einnahmen durch einen Nebenjob werden dem Arbeitslosengeld I angerechnet. Dabei steht jedem ein Freibetrag in Höhe von 165 Euro zu. Unterliegt der Nebenverdienst monatlichen Schwankungen, wird dieser nachträglich angerechnet. Bei gleichbleibendem Verdienst wird der Anrechnungsbetrag monatlich abgezogen.
Minijob und Arbeitslosengeld II

Sie beziehen Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt? Dann gelten für Sie folgende Regelungen, sofern Sie einen 450-Euro-Job ausüben möchten: Jeglicher Dazuverdienst muss der Bundesagentur für Arbeit umgehend mitgeteilt werden.
  • Zusätzliche monatliche Einnahmen bis zu 100 Euro bleiben abschlagsfrei. Dass Bedeutet, dass Empfänger von Hartz IV einen Freibetrag von 100 Euro haben. Wer mehr als 100 Euro pro Monat dazuverdient, darf weitere 20% des Restverdienstes anrechnungsfrei behalten. Unter dem Restverdienst versteht man die Einnahmen aus dem Nebenjob, abzüglich 100 Euro Freibetrag.
  • Beispiel: Wenn Sie 300 Euro verdienen, haben Sie minus Freibetrag einen Restverdienst von 200 Euro. Von diesen 200 Euro werden weitere 20% abgezogen, die anrechnungsfrei bleiben. Somit liegt Ihr anzurechnendes Einkommen bei 160 Euro.
Nebenjob ausüben trotz Arbeitslosigkeit

In vielen Köpfen geistert der Irrglaube, Empfänger von Sozialleistungen dürften keiner geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Diese Annahme ist schlichtweg falsch. Zwar werden Einnahmen aus 450-Euro-Jobs auf das Arbeitslosengeld angerechnet, doch am Ende steht einem Minijobber mehr Geld zur Verfügung als ohne Nebenjob. Doch nicht nur finanziell lohnt sich die Ausübung eines Aushilfsjobs: Wer trotz unvorhergesehener Arbeitslosigkeit weiterhin, wenn auch in geringfügigerem Maße, am Berufsleben teilnimmt, verbessert seine Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz.

Ein Nebenjob ist eine gute Möglichkeit, um sich einem Unternehmen vorzustellen und sich als fleißiger und zuverlässiger Arbeitnehmer zu beweisen. Unter Umständen gelingt mithilfe eines Minijobs sogar ein Einstieg in Vollzeit bei genau dem gleichen Arbeitgeber. Doch auch wenn nicht: Wer während einer Arbeitslosigkeit einen Nebenjob annimmt beweist zukünftigen Arbeitgebern sein Interesse an einer Beschäftigung und vermeidet damit damit gleichzeitig Lücken im Lebenslauf.
Von Jana Fast

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