Nebenbei selbstständig? Alles rund um die Gewerbeanmeldung für den Minijob


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Sie haben ganz besondere Talente und möchten mit diesen von zu Hause aus Geld verdienen? Haben Sie eine tolle Geschäftsidee und wollen damit die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit wagen? In diesem Fall können Sie sich nebenberuflich selbstständig machen. Sie müssen also ein Gewerbe anmelden! Wie das geht, und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie hier!

Eine Vielzahl von Arbeitnehmern möchten neben der Hauptbeschäftigung eigene Projekte ins Rollen bringen. Für einige von diesen Angestellten beginnt damit der Traum von der eigenen Selbstständigkeit. Zuerst im Nebenjob, und später dann Hauptberuflich. Wer auf eigene Rechnung arbeiten möchte, muss allerdings einiges beachten.

Allgemeine Infos zur Gewerbeanmeldung

Nicht Jeder der abseits seines Hauptberufes Geld verdienen möchte, muss ein Gewerbe anmelden. Davon ausgenommen sind freie Berufe, also beispielsweise Künstler, Autoren, Physiotherapeuten, Wirtschaftsprüfer oder Biologen. Fällt Ihr Minijob nicht unter die Kategorie der freien Berufe, können Sie ganz einfach eine Gewerbeanmeldung beim Ordnungs- oder Wirtschaftsamt Ihrer Stadt durchführen. Mit dem Gang zum Rathaus sollten Sie sich allerdings nicht zu viel Zeit lassen, denn diese Anmeldung muss unverzüglich nach Beginn des Nebenerwerbs erfolgen. Die Anmeldung dauert nur wenige Minuten und beinhaltet das Ausfüllen eines Formulars. Hierin muss angegeben werden, welchem Zweck das Gewerbe dient. Die Gewerbeanmeldung kostet Sie zwischen 10 Euro und 45 Euro (Stand: März 2017).

In einem nächsten Schritt wird das Gewerbeamt das zuständige Finanzamt und die Industrie- und Handelskammer über Ihre Gewerbeanmeldung informieren. Sie erhalten daraufhin Post vom Finanzamt. Hierbei handelt es sich um einen steuerlichen Finanzbogen. Füllen Sie diesen aus und schicken Sie ihn an das Finanzamt zurück. Fertig ist Ihre Gewerbeanmeldung für eine nebenberufliche Selbstständigkeit!

Unter diesen Voraussetzungen ist eine Gewerbeanmeldung für einen Minijob notwendig

Ein klassisches Beispiel für einen Nebenjob, in dem ein Gewerbe angemeldet werden muss, ist bei einer Tätigkeit in der Nachhilfe. Auch Personen, die regelmäßig ihre Dienste als Gärtner anbieten, müssen diese Nebentätigkeit beim Finanzamt anmelden. Gleiches gilt für jegliche weitere Dienste, die man selbst anbietet und bei denen man auf Honorarbasis tätig ist. Freie Redakteure beispielsweise, die im Auftrag von Zeitungen, Zeitschriften oder Online-Magazinen Artikel schreiben, stellen diese auch in Rechnung und müssen so einen Nebenverdienst daher selbstverständlich auch anmelden.

Eine Gewerbeanmeldung ist immer dann Pflicht, wenn eine Tätigkeit regelmäßig ausgeübt wird. Helfen Sie Ihrem Nachbarskind einmalig dabei, für dessen bevorstehenden Mathetest zu pauken, dann gehen Sie noch keinem Gewerbe nach. Doch entwickeln sich aus dieser einmaligen Hilfsaktion regelmäßige Treffen zum Lernen, für die Sie von den Eltern dieses Kindes entlohnt werden, dann handelt es sich um ein Gewerbe. In diesem Beispiel kann es entweder so sein, dass die Eltern des Kindes zu Arbeitgebern werden, die Sie als Minijobber im privaten Bereich anstellen und auch bei der Minijob-Zentrale anmelden, oder aber Sie arbeiten selbstständig und schreiben Rechnungen für Ihre Dienste und betreuen unter Umständen auch noch andere Kinder. In diesem zweiten Fall ist eine Gewerbeanmeldung Pflicht.

Welche Voraussetzungen müssen Minijobber erfüllen, die ein Gewerbe anmelden möchten?


In Deutschland gilt, dass grundsätzlich jeder ein Gewerbe anmelden darf. In vielen Fällen wird dafür eine Art Nachweis vom Ihrem Gewerbe- oder Wirtschaftsamt verlangt. Möchten Sie Ihre Dienste als Architekt anbieten, dann sollten Sie zur Gewerbeanmeldung eine Bescheinigung darüber mitbringen, dass Sie den Studiengang Architektur besucht und abgeschlossen haben. Es kann aber auch sein, dass Sie keinen Nachweis benötigen. Für genauere Infos sollten Sie konkrete Fragen zu Ihrem Gewerbe an das zuständige Amt stellen.

Wichtige Informationen und Regeln zum selbstständigen Nebengewerbe


Alle Gewerbetreibenden, auch wenn sie dieses Gewerbe nur nebenberuflich betreiben, sind automatisch Mitglied der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Und als solches Pflichtmitglied müssen Sie jährlich einen Beitrag in Höhe von 120 Euro an diese entrichten. Es ist aber auch möglich, sich von diesem Jahresbeitrag für die ersten vier Jahre nach der Anmeldung des Gewerbes befreien zu lassen.

Damit alles seine Richtigkeit hat, muss darauf geachtet werden, dass das Nebengewerbe dem Hauptgewerbe unterliegt. Sie dürfen also im Minijob nicht mehr verdienen als in Ihrem Hauptjob, und auch der Stundeneinsatz sollte geringer sein. Damit Nebenjob auch Nebenjob bleibt und nicht schleichend zur Hauptbeschäftigung wird, dürfen pro Woche maximal 20 Stunden in den Minijob investiert werden. Sollten Sie dem Nebenjob allerdings mehr Aufmerksamkeit schenken, dann könnte es passieren, dass Sie Beiträge Ihrer Krankenversicherung nachzahlen müssen.

Wichtig ist ebenfalls, dass Sie nicht in direkte Konkurrenz zu Ihrem Arbeitgeber aus der Hauptbeschäftigung stehen. Wenn Sie all diese Regeln einhalten, steht Ihrer selbstständigen Nebentätigkeit nichts mehr im Wege!

Von Jana Möller

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