Minijobs: Nützliche Informationen für Arbeitgeber


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Sie beschäftigen Minijobber? Je nachdem, ob Sie diese in Ihrer Firma oder in Ihrem Privathaushalt beschäftigen, müssen Sie unterschiedliche Dinge beachten. Welche Beiträge fallen an? Wie und wann sind diese zu begleichen? Worauf muss man als Arbeitgeber achten, wenn man einen Minijob zu vergeben hat? Antworten auf diese und weitere Fragen, sowie nützliche Informationen, finden Sie im folgenden zusammengefasst.

Das Einkommen

Ob Sie eine Nebentätigkeit im privaten oder im gewerblichen Bereich vergeben: Für beide Formen gilt, dass die regelmäßige monatliche Vergütung eine Obergrenze von 450 Euro nicht überschreiten darf. Einmalige Zahlungen wie Weihnachtsgeld oder eine Prämienzahlung müssen ebenfalls beachtet werden.

Beispiel: Die monatliche Vergütung schwankt, da Ihr Minijobber nach der geleisteten Arbeitszeit vergütet wird. Im August zahlten Sie ein Gehalt von 450 Euro, im September 400 Euro, und im Oktober 300 Euro. Im November zahlen Sie ein Weihnachtsgeld, so dass die Vergütung bei 600 Euro liegt. So eine einmalige Überschreitung der Obergrenze ist nur dann möglich, wenn das durchschnittliche Gehalt der letzten zwölf Monate diese Obergrenze nicht übersteigt. Berechnet man den Durchschnitt des Verdienstes der letzten vier Monate, dann sieht man, dass die Obergrenze nicht überschritten wurde. Achten Sie deshalb darauf, dass das Jahresgehalt 5.400 Euro nicht übersteigt (12 x 450 Euro).

Die Beiträge für Arbeitgeber

Als Arbeitgeber müssen Sie sogenannte Pauschalabgaben leisten. Diese sind je nach Art der Beschäftigung unterschiedlich hoch. Es fallen Pauschalabgaben für folgende Posten an:
Minijobs im gewerblichen Bereich
  • Krankenversicherung: 13% 
  • Rentenversicherung: 15% 
  • Steuern: 2% 
  • Unfallversicherung: hängt vom Versicherungsträger ab 
  • Umlage bei Krankheit: 1% 
  • Umlage bei Schwangerschaft/Mutterschaft: 0,3% 
  • Umlage bei Insolvenz: 0,12% 
Minijobs im privaten Bereich
  • Krankenversicherung: 5% 
  • Rentenversicherung: 5% 
  • Steuern: 2% 
  • Unfallversicherung: 1,6% 
  • Umlage bei Krankheit: 1% 
  • Umlage bei Schwangerschaft/Mutterschaft: 0,3% 
  • Umlage bei Insolvenz: entfällt im privaten Bereich 
Die Gleitzone

Ein Minijobber, der monatlich zwischen 450 Euro und 850 Euro verdient, befindet sich in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis in der Gleitzone. Auch, wenn ein Arbeitnehmer zwei Nebentätigkeiten ausübt, und für beide zusammen monatlich 500 Euro verdient, handelt es sich nicht mehr um eine geringfügige Beschäftigung, sondern um ein Beschäftigungsverhältnis in Gleitzeit. Die Regeln für Minijobs gelten demnach nicht mehr. Dann ist nicht mehr die Minijob-Zentrale, sonder die Krankenkasse des Arbeitnehmers zu benachrichtigen.

Die Anmeldung des Minijobbers

Sie müssen Ihren Minijobber bei der Minijob-Zentrale anmelden. Im gewerblichen Bereich benötigen Sie hierzu eine achtstellige Betriebsnummer. Wenn Sie diese haben, können Sie Ihren Arbeitnehmer unter dem Punkt „Meldung zur Sozialversicherung“ anmelden. Im folgenden ist ein Beitragsnachweis an die Minijob-Zentrale zu übermitteln. Weitere Informationen zur Anmeldung eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses erhalten Sie hier: https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/1_Broschueren_und_Info_Blaetter/1_gewerblich/04_vier_schritte.pdf?__blob=publicationFile&v=2 Im privaten Bereich melden Sie ein Arbeitsverhältnis über den sogenannten Haushaltscheck der Minijob-Zentrale an.

Zusätzlich ist eine gesetzliche Unfallversicherung abzuschließen, welche über einen eigenen Versicherungsträger, und nicht durch die Minijob-Zentrale abgewickelt wird. Detailliertere Informationen zur Anmeldung eines Arbeitnehmers in einem Privathaushalt finden Sie hier: https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/1_Broschueren_und_Info_Blaetter/2_privat/02_HHS_Information_deutsch.pdf?__blob=publicationFile&v=4 

Mehrere Minijobs

Es besteht für jeden Arbeitnehmer die Möglichkeit, sowohl mehrere Minijobs auszuüben, als auch einen Minijob zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung anzunehmen. Bei mehreren Minijobs darf das gesamte monatliche Einkommen beider Nebentätigkeiten die 450-Euro-Grenze nicht übersteigen. Wenn eine Hauptbeschäftigung vorliegt, dann wird der Minijob nicht mit dem Gehalt daraus zusammengerechnet. Dies geschieht nur, wenn neben der Hauptbeschäftigung mehr als einer geringfügigen Beschäftigung nachgegangen wird. Der zweite Nebenjob wird dann zu dem Brutto-Gehalt der Hauptbeschäftigung addiert und ist somit sozialversicherungspflichtig.

Arbeitgeber müssen Folgendes wissen: Arbeitsrecht

Personen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, gelten vor dem Gesetz als Teilzeitkräfte. Für Sie gelten die gleichen Rechte, wie für alle Arbeitnehmer. Von der Entgeltfortzahlung bis zur Kündigungsfrist gilt es, die Grundsätze der Arbeitnehmerrechte zu beachten. Hierzu zählen auch bezahlte Urlaubstage und der Grundsatz der Gleichbehandlung. Eine Übersicht aller Arbeitnehmerrechte, die Sie verpflichtet sind einzuhalten, finden Sie hier: https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/20_arbeitsrecht/node.html 

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