Minijobs in der Elternzeit: Das sollten Sie wissen!


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Besteht die Möglichkeit, sich während der Elternzeit mit einem Minijob etwas dazuzuverdienen? Welche Optionen haben Eltern nach der Geburt eines Kindes, wenn Sie die Haushaltskasse ein wenig aufstocken möchten? Wie wirkt sich eine Nebentätigkeit auf das Elterngeld aus? Hier finden Sie nützliche Informationen rund um diese und weitere Fragen zum Thema Minijob während der Elternzeit.

Informationen zur Elternzeit

Unter der Elternzeit versteht man eine unbezahlte Freistellung aus einem Arbeitsverhältnis nach der Geburt eines Kindes. Anspruch auf Elternzeit haben nicht nur Arbeitnehmerinnen, sondern auch Arbeitnehmer, so lange das Kind das dritte Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Im ersten Jahr der Elternzeit steht Ihnen Elterngeld zu. Dieses beträgt mindestens 300 Euro oder ca. 65% des vorherigen Einkommens.

Darf während der Elternzeit ein Minijob ausgeübt werden?

Die Antwort auf die Frage, ob frisch gebackene Eltern in Elternzeit, sich mit einem 450-Euro-Job etwas dazuverdienen können, lässt sich ganz einfach mit einem klaren Ja beantworten. Doch es gibt einige grundlegende Regeln, die dabei eingehalten werden müssen. Wie bei jedem anderem Minijobber darf auch während der Elternzeit das monatliche Einkommen eine Grenze von 450 Euro nicht überschreiten. Wer eine Nebentätigkeit ausübt, in der monatlich hohe Gehaltsschwankungen die Regel sind, muss darauf achten die Jahresgrenze von 5.400 Euro nicht zu überschreiten. Eine Mutter oder ein Vater in Elternzeit darf zudem nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Ein Minijob kann auch im zweiten und / oder dritten Jahr der Elternzeit ausgeübt werden, wenn der Anspruch auf Elterngeld nicht mehr gegeben ist.

Wirkt sich ein Minijob auf die Bezüge des Elterngeldes aus?

Wer während der Elternzeit etwas dazuverdienen möchte, muss dies seiner zuständigen Elterngeldstelle melden. Das Ihnen zustehende Elterngeld wird dann gegebenenfalls angepasst und neu berechnet. Der Mindestsatz von 300 Euro im Monat ist jedoch gesichert und wird auch bei Aufnahme eines Minijobs nicht nach unten korrigiert. Trotzdem wird ein hinzuverdienst angerechnet und muss auf jeden Fall mitgeteilt werden. Selbst wer bei einem Minijob wesentlich weniger als als 450 Euro im Monat dazuverdient muss damit rechnen, dass selbst diese kleinen Summen auf das Elterngeld angerechnet werden. Freibeträge gibt es nämlich nicht.

Minijob während der Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber

Bei Eintritt in die Elternzeit bleibt das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber der Hauptbeschäftigung weiterhin bestehen. Sofern die Möglichkeit besteht, können Sie auch bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.

Minijob während der Elternzeit bei einem anderen Arbeitgeber


Wenn Sie nach der Geburt Ihres Kindes bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten, muss Ihr Chef aus Ihrem Hauptbeschäftigungsverhältnis darüber informiert werden. Nur mit dessen Zustimmung ist es Ihnen erlaubt, ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis bei einem anderen Arbeitgeber aufzunehmen. Denn: Mütter oder Väter in Elternzeit genießen einen besonderen Kündigungsschutz. Doch wer Rechte hat, hat auch Pflichten. Wichtig ist, dass Sie nicht bei einem Konkurrenten arbeiten. Wer in einer Werbeagentur tätig war und während der Elternzeit als Haushaltshilfe arbeiten will, hat in der Regel keine Probleme damit, die Zustimmung seines Arbeitgebers zu erhalten. Sollte der Arbeitgeber aus Ihrem Hauptbeschäftigungsverhältnis nicht auf Ihre Anfrage reagieren, kann nach einer Frist von vier Wochen diese Reaktion als Zustimmung gewertet werden.

Minijob während der Elternzeit: Die Krankenversicherung

Während der Elternzeit bleibt das Arbeitsverhältnis mit Ihrem bisherigen Arbeitgeber weiterhin bestehen. An der Krankenversicherung ändert sich daher auch in dieser Zeit nichts. Auch nicht, wenn Sie einen Minijob annehmen. Bleiben Sie unter der Einkommensgrenze von 450 Euro monatlich, dann sind Sie von Sozialabgaben befreit. Einzig Ihr Arbeitgeber aus der Nebentätigkeit zahlt den gesetzlichen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung.
Von Jana Möller

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