Dürfen Sie einen Mini- und Teilzeitjob gleichzeitig ausüben?


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Den meisten ist bekannt, dass man mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben kann. Auch die Kombination Minijob und Vollzeitstelle ist möglich. Doch wie sieht es eigentlich mit Teilzeit aus? Ist es erlaubt, zusätzlich zu einer Teilzeitstelle noch einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen? Wo genau liegen die Unterschiede? Hier gibt es Antworten zu diesen und weiteren Fragen. 

Der Unterschied zwischen Minijob und Teilzeitstelle 

Bevor sich Arbeitnehmer entscheiden, ob sie lieber einen Minijob annehmen oder doch lieber Teilzeit arbeiten möchten, sollten sie die grundlegenden Unterschiede dieser beiden Beschäftigungsformen kennen. Denn je nachdem, worum es sich handelt, hat diese Entscheidung Auswirkungen auf die Sozialversicherung. Denn: Als Minijobber ist man sozialversicherungsfrei. Geht man dagegen einer Teilzeitbeschäftigung nach, so ist man voll sozialversicherungspflichtig

Die Lohnsteuer wird bei einer Teilzeitbeschäftigung laut geltender Lohnsteuerklasse voll abgezogen. Dazu kommen Beiträge wie die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Bei einer geringfügigen Beschäftigung werden Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung fällig. Von der Rentenversicherungspflicht kann sich ein Minijobber allerdings befreien lassen. 

Ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Minijob und einer Teilzeitstelle ist die Höhe des Einkommens, sowie die Arbeitszeit und Dauer der Anstellung. Eine Teilzeitbeschäftigung ist nichts anderes als eine Vollzeitbeschäftigung, allerdings mit reduzierter Arbeitszeit. Es gelten die gleichen steuerlichen Bestimmungen wie für Vollzeit. Eine Obergrenze für den Verdienst gibt es im Gegensatz zum Minijob aber nicht. 

Der Minijob, oder auch 450-Euro-Job zeichnet sich durch Steuervorteile aus, aber auch dadurch, dass das durchschnittliche monatliche Einkommen nicht mehr als 450 Euro betragen darf. Übersteigt der Lohn diese Grenze, dann handelt es sich nicht mehr um eine geringfügige Beschäftigung, sondern um eine Teilzeitstelle. Damit wäre die Art der Anstellung wieder voll versicherungspflichtig. 

Teilzeit plus Minijob 

Es ist möglich, neben einer Teilzeitstelle auch einen Minijob anzunehmen. Dabei ist allerdings auf einiges zu Achten: Gesetze zum Arbeitnehmerschutz schreiben vor, dass die tägliche Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten soll. Es ist zwar möglich, bis zu zehn Stunden pro Tag zu arbeiten, doch nur dann, wenn die durchschnittliche Arbeitszeit in einem Zeitraum von sechs Monaten weiterhin nur acht Stunden beträgt. Die Arbeitszeit der Teilzeitstelle und die Arbeitszeit im Nebenjob müssen addiert werden. 

Eine weitere Regel betrifft ebenfalls die Arbeitszeit: Zwischen dem Arbeitsende und dem nächsten Arbeitsbeginn müssen elf Stunden liegen. So schreibt es das Gesetz vor. Auch hier müssen Arbeitnehmer, die neben einer Teilzeitstelle einen Minijob ausüben, darauf achten dass sie diese Regel einhalten. 

Viele Teilzeitkräfte üben einen Minijob aus, weil es in ihrem Betrieb keine Aussichten auf eine Vollzeitstelle gibt und das Einkommen der Teilzeitbeschäftigung nicht ausreicht. Andere erhoffen sich durch die Kombination von Teilzeit- und Minijob mehr Flexibilität und Selbstbestimmung im Alltag. Für den ein oder anderen mag dieses Modell sich lohnen und eine gute Alternative zur Vollzeitbeschäftigung darstellen. 

Auf lange Sicht sollte aber beachtet werden, dass durch eine Teilzeitstelle weniger in die Rentenversicherung eingezahlt wird. Wer keiner Vollzeitstelle nachgehen kann oder will, sollte sich mit einer privaten Rentenvorsorge absichern. Ob diese Organisation der Arbeit durch Steuervorteile immer nur von Vorteil ist, kann man so pauschal nicht beantworten. Wer gut organisiert ist und sich mehr Abwechslung im Berufsleben wünscht, für den kann die Kombination aus Teilzeit und Minijob genau das Richtige sein.

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