Informationen zur Befreiung von der Rentenversicherungspflicht


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Sobald Sie eine Zusage für einen Minijob im gewerblichen oder im privaten Bereich erhalten haben, sollten Sie sich überlegen, ob für Sie eine Befreiung der Rentenversicherungspflicht in Frage kommt. Hier erfahren Sie, was Sie dabei zu beachten haben, und ob sich die Befreiung auch für Sie lohnt.

Für Arbeitnehmer ist ein Beitrag zur Rentenversicherungspflicht erst ab einem Einkommen von mindestens 175 Euro fällig. Liegt der monatliche Verdienst unter dieser Grenze, wird kein Eigenanteil abgezogen.

Der eigene Anteil, den die Minijobber zur Rentenversicherung zahlen müssen liegt im gewerblichen Bereich bei 3,7%, im privaten Bereich bei 13,7%.

Beantragen Sie die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht, gilt diese ab dem ersten Tag des Monats, oder aber ab dem Beschäftigungsbeginn. Damit dieser Antrag auch Gültigkeit besitzt, muss
Ihr Arbeitgeber diesen spätestens sechs Wochen nach Beginn des Beschäftigungsverhältnisses bei der Minijob-Zentrale eingereicht haben. Versäumt er dies, kann eine Befreiung erst zum nächsten Kalendermonat in Kraft setzen, und nicht schon zu Beginn des Arbeitsverhältnisses.

Ist der Antrag auf Befreiung der Rentenversicherungspflicht bei der Minijob-Zentrale eingegangen, hat diese wiederum vier Wochen Zeit, diesem eventuell zu Widersprechen.

Fall 1: Dem Antrag wird von der Minijob-Zentrale widersprochen:
Das ist dann der Fall, wenn bereits ein Minijob ausgeübt wird, der vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen wurde. Wenn in diesem ersten Beschäftigungsverhältnis darauf verzichtet wurde, sich von der Rentenversicherungspflicht zu befreien, dann besteht beim zweiten ebenfalls nicht mehr die Möglichkeit dazu. Zudem ist es bei mehreren Minijobs nicht möglich, sich bei einem Job von der Rentenversicherungspflicht zu befreien, beim anderen aber nicht.
Fall 2: Die Minijob-Zentrale meldet sich nicht mehr:
Sofern Sie nach vier Wochen nichts von der Minijob-Zentrale gehört haben, bedeutet dies, dass Ihr Antrag bewilligt wurde. In diesem Fall müssen Sie sich um nichts weiter kümmern.

Das Zahlen eines Beitrages zur Rentenversicherung hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein großer Vorteil ist zum Beispiel, dass Pflichtbeitragszeiten eher eingehalten werden können. Es gibt nämlich bestimmte Mindestversicherungszeiten, die man erst erworben haben muss, bevor man irgendwelche Leistungen in Anspruch nehmen kann. Zu diesen Leistungen zählen unter anderem ein früherer Rentenbeginn, ein Anspruch auf Übergangsgeld bei Rehabilitationsmaßnahmen, oder auch der Anspruch auf eine private Altersvorsorge wie die Riester-Rente.

Die monatliche Einsparung des Beitrages kann zwar eine geringere finanzielle Belastung darstellen, doch muss man sich vor dem Antrag auf Befreiung der Rentenversicherungspflicht auch über mögliche negative Folgen im Klaren sein. Vor allem für Minijobber, deren regelmäßiges Einkommen unter 175 Euro liegt, lohnt sich die Befreiung nicht.

Überlegen Sie sich daher gut, ob eine Befreiung der Rentenversicherungspflicht auch für Sie in Frage kommt. Denn wenn dieser Antrag erst einmal bei der Minijob-Zentrale eingegangen ist, kann man diesen für die gesamte Dauer des Beschäftigungsverhältnisses nicht mehr wieder Rückgängig machen.

Weitere Informationen, sowie den Antrag, finden Sie unter folgendem Link:https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/2_Formulare_und_Antraege/1_gewerblich/Befreiungsantrag_RV_Pflicht.pdf?__blob=publicationFile&v=2

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