Fahrtkostenzuschuss auch für Minijob?


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Arbeitnehmer haben in Deutschland die Möglichkeit, ihre Fahrtkosten von und zur Arbeitsstätte als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen. Die Fahrtkosten reduzieren somit die Steuerlast und erhöhen dadurch das Einkommen des Arbeitnehmers. Minijobber, die ihre Tätigkeit jedoch nicht in der Steuererklärung angeben, können die Fahrtkosten auch nicht steuermindernd geltend machen. Eine Möglichkeit, dennoch eine finanzielle Entschädigung für die Fahrtkosten zu erhalten, ist der Fahrtkostenzuschuss. Doch haben Minijobber Anspruch auf einen Fahrtkostenzuschuss und was gibt es bei Auszahlung dieser Leistung zu beachten?

Was ist der Fahrtkostenzuschuss?

In Deutschland hat jeder Arbeitgeber die Möglichkeit, seinen Mitarbeitern für die Fahrt von der Wohnung zum Arbeitsplatz einen Fahrtkostenzuschuss zu gewähren. Dieser Zuschuss beträgt maximal 30 Cent pro gefahrenen Kilometer, wobei nur die einfache Fahrt gewertet werden darf. Die Leistung ist freiwillig und Mitarbeiter haben grundsätzlich keinen rechtlichen Anspruch auf die Ausbezahlung dieser Leistung.

Welche Vorteile hat ein Fahrtkostenzuschuss?

Der Fahrtkostenzuschuss hat sowohl für den Arbeitnehmer, als auch für den Arbeitgeber unterschiedliche Vorteile. So kann der Fahrtkostenzuschuss pauschal mit 15 % versteuert werden, wobei der Zuschuss kein versicherungspflichtiges Entgelt darstellt. Daher sind in diesem Fall auch keine Sozialabgaben zu leisten, wodurch der Arbeitnehmer ein höheres Nettoeinkommen erzielt.

Habe ich ein Anrecht auf den Fahrtkostenzuschuss?

Der Fahrtkostenzuschuss ist prinzipiell eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Viele Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitern diesen Zuschuss jedoch anstelle einer Gehaltserhöhung, da diese Leistung steuerliche Vorteile für beide Parteien mit sich bringt. Für Minijobber ist diese Option, sofern sie pauschal besteuert wird, besonders interessant, da eine Gehaltserhöhung aufgrund der monatlichen Verdienstgrenze von 450 Euro meist nicht möglich ist.

Wie wird der Fahrtkostenzuschuss berechnet?

Der Fahrtkostenzuschuss beträgt in der Regel 30 Cent pro Kilometer und Arbeitstag. Beträgt der Arbeitsweg eines Arbeitnehmers in eine Richtung beispielsweise 40 Kilometer täglich, so ergibt sich bei einer monatlichen Arbeitszeit von 20 Tagen ein Fahrtkostenzuschuss von 240 Euro.

Berechnungsformel: (Arbeitstage * tägliche Kilometer (einfache Fahrt) ) * 0,30

Ein Minijobber, der einen täglichen Anfahrtsweg von 10 Kilometern hat und 9 Tage im Monat im Unternehmen beschäftigt ist, erhält einen monatlichen Zuschuss von 27 Euro. Wird der Fahrtkostenzuschuss pauschal versteuert, so zählt dieser nicht zum Arbeitsentgelt, wodurch das Einkommen des Minijobbers steuerfrei die Grenze von 450 Euro übersteigen kann.

Was muss ich als Minijobber beim Fahrtkostenzuschuss beachten?

Um den Fahrtkostenzuschuss zu erhalten, müssen exakte Aufzeichnungen über die Arbeits- und Fahrtzeiten geführt werden. Die Aufzeichnung kann dabei elektronisch oder auch handschriftlich erfolgen, wobei insbesondere Minijobber mit wechselnden Arbeitszeiten ihren Arbeitgeber um die Möglichkeit einer elektronischen Aufzeichnung bitten sollten. Die Aufzeichnungen müssen zudem über mehrere Jahre aufbewahrt werden, damit diese im Falle einer nachträglichen Steuerprüfung vorgelegt werden können.

Welche zusätzlichen Vergütungsmöglichkeiten habe ich als Minijobber?

Minijobber, die sehr nahe an ihrem Arbeitsplatz wohnen, profitieren kaum vom Fahrtkostenzuschuss. In diesem Fall hat der Arbeitgeber jedoch noch weitere Möglichkeiten, seinem Angestellten monetäre Leistungen zukommen zu lassen, ohne dass sich das Dienstverhältnis in einen steuerpflichtigen Nebenjob verwandelt. So kann der Arbeitgeber auch Minijobbern einen steuerfreien monatlichen Sachbezug in der Höhe von bis zu 44 Euro zur Verfügung stellen. Der Sachbezug kann beispielsweise in der Form von Gutscheinkarten oder Tankgutscheinen an die Mitarbeiter verteilt werden. Durch diesen Sachbezug ist so ein jährliches Plus von bis zu 528 Euro möglich. Auch andere Leistungen, wie beispielsweise ein Smartphone, welches auch privat genutzt werden darf, können die monatlichen Bezüge des Minijobbers erhöhen. Schlussendlich existieren in vielen größeren Unternehmen auch spezielle Familienleistungen wie Zuschüsse für Tagesmütter oder Betriebskindergärten. Auch diese Leistungen dürfen von Minijobbern in Anspruch genommen werden, ohne die Geringfügigkeitsgrenze zu überschreiten.

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