BAföG und Minijob: Die wichtigsten Regeln für Studenten


© Daniel M Ernst / shutterstock.com
Die Aufnahme eines Minijobs ist für Studenten, die BAföG beziehen, in der Regel kein Problem. Sie verstoßen damit gegen keinerlei Gesetz, solange ein paar Regeln eingehalten werden. Welches dies sind, und worauf Studentinnen und Studenten mit einem Minijob achten müssen, erfahren Sie hier!

Von allen Minijobbern in Deutschland sind ungefähr eine Millionen Personen dabei, die jünger als 25 Jahre alt sind. Bei den meisten handelt es sich dabei um Studierende. Wer für das Studium in eine andere Stadt ziehen musste und damit höhere Lebenshaltungskosten aufweist als Studierende, die noch bei ihren Eltern wohnen, der ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Steigende Mietpreise und hohe Lebenshaltungskosten in den großen Studenten-Städten machen es aber selbst für Bezieher des BAföG schwer, über die runden zu kommen. Ein Nebenjob muss also her!

Die Verdienstgrenze darf nicht überschritten werden


Bezieher von BAföG dürfen arbeiten gehen, solange sie eine bestimmte Verdienstgrenze nicht überschreiten. Diese liegt zur Zeit (Stand 2017) bei 5.400 Euro im Jahr. Dies entspricht monatlichen Einnahmen in Höhe von 450 Euro. Die Einnahmegrenze bezieht sich allerdings immer auf den individuellen Bewilligungszeitraum. Der Bewilligungszeitraum ist der Zeitrahmen, für denen festgestellt wurde, dass ein Anspruch auf BAföG besteht. Bei den meisten handelt es sich dabei um ein Jahr. Studierende mit kürzerem Bewilligungszeitraum müssen darauf achten, dass sich die Verdienstgrenze bei einem kürzeren Zeitraum entsprechend nach unten verschiebt.

Bei einem „klassischen“ Bewilligungszeitraum von einem Kalenderjahr gilt also: Die Verdienstgrenze für BAföG-Bezieher entspricht genau den gleichen Regeln, die auch für Minijobs gelten. Aus diesem Grund ist die Aufnahme so eines 450-Euro-Jobs eine ideale Möglichkeit, die Studentenkasse aufzufüllen.

Studierende haben dabei die freie Wahl, ob sie zum Beispiel einmal im Jahr einen kurzfristigen Minijob in den Semesterferien annehmen, in denen innerhalb von zwei Monaten 4.000 Euro verdient werden, oder ob sie das ganze Jahr über für bis zu 450 Euro monatlich arbeiten. Solange die Verdienstgrenze nicht überschritten wird, ist ein Dazuverdienst zum BAföG kein Problem!

Sollte die Verdienstgrenze überschritten werden, dann handelt es sich bei der Beschäftigung nicht mehr nur um einen Nebenjob, sondern um ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Gleiches gilt, wenn der eingeschriebene Student/In mehr als 20 Stunden pro Woche im Minijob arbeitet. In diesem Fall verfällt nicht nur der Anspruch auf weitere BAföG-Zahlungen. Studierende, die die Einnahmegrenze überschreiten, müssen auch damit rechnen, bisher erhaltene Bezüge wieder zurück zahlen zu müssen.

In diesen Fällen erhöht sich die Einnahmegrenze


Es gibt Personengruppen, denen steht trotz Einnahmen aus dem BAföG eine erhöhte Verdienstgrenze zu. Diese erhöhte Verdienstgrenze gilt für Studentinnen und Studenten, die verheiratet sind und / oder Kinder haben. Wer nicht nur sich selbst, sondern auch noch ein Kind versorgen muss, darf mehr hinzuverdienen.

Studierende an Bildungsinstitutionen oder privaten Bildungseinrichtungen, in denen ein Schulgeld oder Studiengebühren gezahlt werden müssen, dürfen aufgrund dieser erhöhten Ausgaben ebenfalls in einem Nebenjob etwas zum BAföG hinzuverdienen. Die Verdienstgrenze verschiebt sich in diesen Fällen nach oben. Einen genauen Betrag können wir an dieser Stelle nicht nennen, denn dies hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Erkundigen Sie sich für mehr Infos bei Ihrem zuständigen BAföG-Amt.

Die BAföG Förderungshöchstdauer beachten

Ein Nebenjob oder auch eine Stelle als studentische Hilfskraft können ganz schön anstrengend sein! Wer jeden Abend kellnert oder beim Dozenten Skripte abschreibt, der hat weniger Freizeit. Und weniger Freizeit bedeutet häufig auch weniger Zeit zum Lernen. Damit kann ein Minijob während des Studiums die Dauer deines Studiums verlängern. Aber Achtung: Wer BAföG bezieht, der hat so etwas wie eine Förderungshöchstdauer zu beachten. Diese entspricht meist der Regelstudienzeit, oder auch ein kleines bisschen darüber hinaus.

Um am Ende des Studiums nicht ganz ohne die finanzielle Förderung durch das BAföG dastehen zu müssen, sollten sich Studierende mit ihrem Studium beeilen und aus finanzieller Sicht versuchen, es noch innerhalb der Regelstudienzeit abzuschließen. Ist die Förderungshöchstdauer nämlich erst überschritten, entfällt die Zahlung von BAföG, und die Studierenden müssen ihren Lebensunterhalt mit den Einnahmen aus dem Minijob bestreiten. Daher ist es wichtig, trotz Nebenjob das Studium nicht zu vernachlässigen, um noch genügend Zeit zum Lernen bereitstellen zu können.

Von Jana Möller