Arbeitsvertrag Minijob - Das muss drin stehen


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Ein Arbeitsvertrag regelt die Rahmenbedingungen und Konditionen des Arbeitsverhältnisses. Die Aufstellung eines Arbeitsvertrages ist für einen Minijob genauso empfehlenswert wie auch für jedes andere Beschäftigungsverhältnis. Sollten Sie demnächst einer neuen geringfügigen Beschäftigung nachgehen, bestehen Sie auf einen Arbeitsvertrag. Damit sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite.

Inhalte – Das steht im Arbeitsvertrag für Minijobs

Im Folgenden sehen Sie eine Übersicht der Inhalte, die wesentliche Eckpunkte eines jeden Arbeitsvertrages darstellen sollten. Diese Übersicht wurde mit großer Sorgfalt erstellt, erhebt aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Verstehen Sie folgende Übersicht als Orientierungshilfe darüber, wie ein typischer Arbeitsvertrag für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung aussehen könnte.

Beschäftigungsbeginn

Unter diesem Punkt müssen keine Erklärungen stehen. Es reicht, in einem Satz anzugeben, ab wann das Arbeitsverhältnis für den 450-Euro-Job beginnt.

Art der Tätigkeit

Die Art der Tätigkeit ist einer der wichtigsten Punkte Ihres Arbeitsvertrages. Diesen sollten Sie gründlich durchlesen und sich bei Fragen sofort an Ihren (potenziellen) Arbeitgeber wenden. Hier steht, wer eingestellt wird, und als was. Zusätzlich sollten in diesem Abschnitt Ihre einzelnen Tätigkeiten aufgelistet werden, oder die Arbeit, die Sie zu verrichten haben, beschrieben werden. Damit auch der Arbeitgeber auf der sicheren Seite ist, finden Sie an dieser Stelle häufig einen Satz über Ihre Verpflichtung, auch andere zumutbare Aufgaben auszuüben. Wenn Ihnen dies zu wage ist, sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber, welches diese anderen Aufgaben sein könnten und halten Sie gemeinsam fest, ob Sie bereit sind, auch anderweitige Tätigkeiten auszuführen.

Informationen zur Probezeit

Dieser Abschnitt behandelt die Dauer der Probezeit. Hier kann zum Beispiel stehen, dass das Arbeitsverhältnis nach Beendigung der Probezeit automatisch weiterläuft, oder auch, dass dieses nach der Probezeit automatisch endet und für eine Weiterbeschäftigung ein neuer Arbeitsvertrag aufgesetzt wird. Die Dauer der Probezeit liegt in der Regel zwischen drei und sechs Monaten. Zudem wird an dieser Stelle vereinbart, welche Kündigungsfrist während der Probezeit herrscht. Eine kleine Orientierung: Meistens werden zwei Wochen veranschlagt. Das Arbeitsverhältnis bei einer geringfügigen Beschäftigung kann also während der Probezeit mit einer Frist von ca. 2 Wochen von beiden Seiten gekündigt werden.

Die Vergütung

Die maximale monatliche Vergütung liegt bei 450 Euro. Der Arbeitgeber kann an dieser Stelle bestimmen, ob die Vergütung am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Monats überwiesen wird. Zusätzlich kann hier vereinbart werden, ob ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezahlt wird, wie Überstunden behandelt werden oder auch ob ein Stundenzettel vorgelegt werden muss.

Als Arbeitnehmer zahlen Sie einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. Auf Wunsch können Sie sich von dieser Abgabe zur Rentenversicherung befreien lassen. Ob Sie dies wollen kann entweder unter dem Punkt „Vergütung“ stehen, oder aber auch unter einem gesonderten Unterpunkt zur Rentenversicherung.

Wöchentliche Arbeitszeiten

Als Minijobber dürfen Sie nicht mehr als 19 Stunden in der Woche arbeiten. Ihr Arbeitgeber kann an diesem Unterpunkt festhalten, wie hoch die durchschnittliche, wöchentliche Arbeitszeit angesetzt wird. Zusätzlich kann auf die betrieblichen Öffnungszeiten hingewiesen werden, innerhalb dessen die Arbeitszeit eingeteilt wird.

Urlaub

Jeder Arbeitnehmer, und damit auch Minijobber, hat einen gesetzlichen Anspruch auf 20 Urlaubstage im Jahr (bei einer Fünf-Tage-Woche). Zusätzlich kann das Unternehmen oder auch der private Arbeitgeber weitere Urlaubstage gewähren. Die Höhe dieser wird in diesem Teil des Arbeitsvertrages für Minijobber festgehalten.

Krankheit

Im Falle einer Krankheit besteht für den Arbeitnehmer eine gesetzlich geregelte Entgeltfortzahlung bei einer Dauer von bis zu sechs Wochen. Der Arbeitgeber kann im Arbeitsvertrag bestimmen, ab wann eine ärztliche Bescheinigung eingereicht werden muss. Hier kann bestimmt werden, dass der Arbeitnehmer sich unverzüglich beim Arbeitgeber krankmelden und diesem die voraussichtliche Dauer seiner Abwesenheit mitteilen muss.

Verschwiegenheitspflicht

Dieser Inhalt des Arbeitsvertrages für eine geringfügige Beschäftigung beinhaltet in der Regel einen Standard-Satz, der Sie als Arbeitnehmer daran erinnert, dass Sie dazu verpflichtet sind, über die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren.  

Informationen zu weiteren Beschäftigungsverhältnissen

Theoretisch ist es kein Problem, mehr als nur einen Minijob auszuüben oder neben einer Hauptbeschäftigung einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen. Problematisch wird es nur, wenn dadurch die Arbeitsleistung in Ihrem Erst-Job beeinträchtigt wird. Schauen Sie also nach, ob Sie in Ihrem Arbeitsvertrag Regelungen zu diesem Thema finden. Häufig verpflichten Arbeitgeber Ihre Arbeitnehmer dazu, vor Aufnahme eines neuen Beschäftigungsverhältnisses, dessen Zustimmung einzuholen.

Informationen zur Kündigung

Die Kündigungsfrist für einen 450-Euro-Job beträgt nach Beendigung der Probezeit vier Wochen. Gekündigt kann entweder zum 15. oder zum Ende des Monats. Damit dies Gültigkeit besitzt, muss diese schriftlich aufgesetzt werden und die Unterschrift des Minijobbers enthalten. Der Arbeitgeber kann im Arbeitsvertrag für eine geringfügige Beschäftigung auf 450 Euro Basis noch weitere Bestimmungen festhalten, wie zum Beispiel, ob nach der Kündigung eine Freistellung des Arbeitnehmers gewährt wird.

Zusätzliche Vereinbarungen

Hier haben Arbeitgeber und natürlich auch der Arbeitnehmer Platz, um individuell beschlossene Vereinbarungen festzuhalten.
Von Jana Möller

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