Minijobs - Mit diesen Steuern müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer rechnen

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Inhaltsverzeichnis:
  1. Zwei Arten von Minijobs
  2. Minijobs im Gewerbe: Beiträge im Überblick
    1. Abgaben für gewerbliche Arbeitgeber
    2. Abgaben für gewerbliche Arbeitnehmer
  3. Minijobs im Privathaushalt: Beiträge im Überblick
    1. Abgaben für private Arbeitgeber
    2. Abgaben für private  Arbeitnehmer
  4. Kurzfristige Minijobs: Beiträge im Überblick
  5. 3 Vorteile eines Minijobs für Arbeitgeber
    1. Vorteil 1: Rechtssicherheit
    2. Vorteil 2: Geringer Aufwand
    3. Vorteil 3: Flexibilität
  6. 3 Vorteile eines Minijobs für Arbeitnehmer
    1. Vorteil 1: „Brutto wie Netto“
    2. Vorteil 2: Uneingeschränkter Schutz
    3. Vorteil 3: Voller Rentenschutz
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Minijobs sind eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, die sich insbesondere durch geringe Abgaben für Arbeitnehmer und niedrige Kosten für Arbeitgeber auszeichnet. Dadurch wurde das Beschäftigungsmodell zu einer beliebten Arbeitsform. Doch wie genau setzen sich die Abgaben und Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen? Und welchen Einfluss hat die Unterscheidung zwischen gewerblichen und privaten Minijobs?

Zwei Arten von Minijobs

Als geringfügige Beschäftigung ist der Minijob ein Arbeitsmodell mit Verdienstgrenze. Ebenso gibt es eine Variante mit zeitlicher Begrenzung. Zudem kann ein Minijob im Gewerbe oder im Privathaushalt ausgeübt werden, wobei immer der gesetzlich festgelegte Mindestlohn gezahlt werden muss. Zunächst einmal kann zwischen zwei allgemeinen Arten von geringfügig entlohnten Beschäftigungen unterschieden werden:

  • Der 450-Euro-Minijob
    Beim Minijob auf 450-Euro-Basis besteht eine Verdienstgrenze von 450 € im Monat bzw. 5.400 € im Jahr. Es gibt jedoch keinerlei Vorschriften in Bezug auf die wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit. Zudem ist die gleichzeitige Ausübung mehrerer Minijobs möglich. Allerdings fallen ab dem dritten Minijob gesonderte steuerliche Abgaben an.
  • Der kurzfristige Minijob
    Der kurzfristige Minijob ist zeitlich auf 70 Arbeitstage oder drei Monate im Jahr beschränkt. Jedoch gibt es keine Vorschriften in Bezug auf die Höhe des Verdienstes wie beim 450-Euro-Minijob. Auch hier ist die gleichzeitige Ausübung einer anderen Beschäftigung wie weiterer Minijobs möglich.

Minijobs im Gewerbe: Beiträge im Überblick

Ein Minijob im Gewerbe kann etwa das Auffüllen von Regalen im Supermarkt sein oder die Arbeit in der Gastronomie. Einen gewerblichen Nebenjob können alle ausüben, die bereits eine Hauptbeschäftigung, das kann auch ein Studium sein oder einen anderen Minijob haben. Wir haben für Sie sowohl die Pauschalbeiträge für den Arbeitgeber als auch die Abgaben für den Arbeitnehmer an die Minijob-Zentrale ermittelt.

Abgaben für gewerbliche Arbeitgeber

Bei einem gewerblichen Minijob muss der Arbeitgeber mit einigen Pauschalbeträgen rechnen. Diese beziehen sich immer auf den Brutto-Verdienst des Arbeitnehmers und sind bei der Minijob-Zentrale monatlich spätestens bis zum dritten Bankarbeitstag zu entrichten.  

  • Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung (KV): 13 %
  • Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (RV): 15 %
  • Pauschalsteuer: 2 %
  • Umlage 1 – Aufwendung bei Krankheit (U1): 1 %
  • Umlage 2 – Aufwendung bei Schwangerschaft/Mutterschaft (U2): 0,39 %
  • Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung (UV): individuell, je nach Träger
  • Insolvenzgeldumlage: 0,06 %

Abgaben für gewerbliche Arbeitnehmer

  • Beitragsanteil des Minijobbers bei Rentenversicherungspflicht (RV): 3,6 %

Minijobs im Privathaushalt: Beiträge im Überblick

Minijobs in Privathaushalten sind eine beliebte Möglichkeit, Unterstützung in den alltäglichen Aufgaben im Haushalt zu bekommen und gleichzeitig einen Arbeitsplatz zu schaffen. Private Arbeitgeber dürfen keine Dienstleister sein oder ein Unternehmen führen, sondern müssen als natürliche Person einen Arbeitnehmer einstellen. Die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale bringt für den Arbeitgeber und die Haushaltshilfe auch finanziell einige Vorteile.

Abgaben für private Arbeitgeber

  • Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung (KV): 5 %
  • Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (RV): 5 %
  • Pauschalsteuer: 2 %
  • Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung (UV): 1,6 %
  • Umlage 1 – Aufwendung bei Krankheit (U1): 1 %
  • Umlage 2 – Aufwendung bei Schwangerschaft/Mutterschaft (U2): 0,39 %

Abgaben für private  Arbeitnehmer

  • Beitragsanteil des Minijobbers bei Rentenversicherungspflicht (RV): 13,6 %

Wie Sie sehen, müssen Sie im Privatbereich mit nur halb so hohen Abgaben wie im Gewerbe rechnen. Auch der bürokratische Aufwand, wenn Sie etwa eine Haushaltshilfe einstellen möchten, ist deutlich geringer. Aus diesem Grund hat die Minijob-Zentrale für zur Anmeldung von geringfügig Beschäftigten zu haushaltsnahen Tätigkeiten den sogenannten Haushaltscheck eingeführt. Dieser ermöglicht eine formell vereinfachte Anmeldung bei der Bundesknappschaft.   

Kurzfristige Minijobs: Beiträge im Überblick

Bei kurzfristigen Minijobs sind die Abgaben deutlich geringer als bei einem regulären 450-Euro-Job. Davon profitieren sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Im Folgenden finden Sie die Abgaben für beide im Überblick.

  • Abgaben für private Arbeitgeber
    So müssen gewerbliche und private Arbeitgeber lediglich mit 1 Prozent für Umlage 1 – Aufwendung bei Krankheit (U1) – rechnen und 0,39 Prozent für Umlage 2 – Aufwendung bei Schwangerschaft/Mutterschaft (U2). Zudem fällt ein individueller Beitrag an den zuständigen Träger für die gesetzliche Unfallversicherung sowie eine Umlage für den Fall einer Insolvenz in Höhe von 0,06 Prozent für Gewerbe und 1,6 Prozent für Privathaushalte an. Die Steuern müssen an das zuständige Finanzamt gezahlt werden.
  • Abgaben für gewerbliche Arbeitnehmer
    Für Arbeitnehmer eines kurzfristigen Minijobs fallen im Vergleich zur herkömmlichen Beschäftigung auf 450-Euro-Basis sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich keine Sozialabgaben oder andere Beiträge an.

3 Vorteile eines Minijobs für Arbeitgeber

Der Minijob ist ein bei Arbeitgebern beliebtes Beschäftigungsmodell, weil so eine Arbeitskraft auf minimalem Stundenniveau beschäftigt werden kann. Doch welche Vorteile haben ein 450-Euro-Minijob bzw. eine kurzzeitige Beschäftigung für Arbeitgeber außerdem?

Vorteil 1: Rechtssicherheit

Die geringfügig entlohnte Beschäftigung bietet Arbeitgeber eine enorme Rechtssicherheit, denn das Arbeitsmodell lässt keine Zweifel über die Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Somit ist der Vertrauensschutz gänzlich gewährleistet.

Vorteil 2: Geringer Aufwand

Außerdem haben Arbeitgeber, die einen Minijobber einstellen, einen sehr geringen bürokratischen Aufwand. Die Anmeldung des geringfügig beschäftigten bei der Minijob-Zentrale kann dank elektronischer Datenübertragung in nur wenigen Schritten online durchgeführt werden.

Vorteil 3: Flexibilität

Das Besondere an 450-Euro-Jobs ist der flexible Einsatz von Arbeitskräften, denn es gibt keine minimale oder maximale Stundenzahl, insofern die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat bzw. 5.400 Euro im Jahr nicht überschritten wird. Außerdem können Arbeitgeber Ihre geringfügig Beschäftigten, sofern vertraglich nicht anders vereinbart, für jegliche Aufgaben und nach betrieblichem Bedarf einsetzen.

3 Vorteile eines Minijobs für Arbeitnehmer

Die geringfügig entlohnte Beschäftigung ist insbesondere deswegen so beliebt, weil sozusagen „Brutto für Netto“ gearbeitet wird. Welche weiteren Vorteile ergeben sich für Arbeitnehmer aus einem 450-Euro-Minijob bzw. einem kurzfristigen Minijob?

Vorteil 1: „Brutto wie Netto“

Der wohl entschiedenste Vorteil eines Minijobs ist wie bereits erwähnt, dass „Brutto für Netto“ gearbeitet wird. Das heißt, dass der Arbeitnehmer aufgrund der Beitragspflicht durch den Arbeitgeber das, was er für seine Arbeit bekommt, auch tatsächlich behalten kann. So können insbesondere Rentner, Studenten und Schüler ohne Steuer- und Beitragsabzüge etwas dazuverdienen.

Vorteil 2: Uneingeschränkter Schutz

Das Arbeitsrecht sieht den gleichen Schutz für Minijobber vor wie für sozialversicherungspflichtig Angestellte. Somit haben auch geringfügig Beschäftigte uneingeschränkt Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlte Urlaubstage und einen Kündigungsschutz.

Vorteil 3: Voller Rentenschutz

Minijobber können zudem vom Rentenschutz profitieren, indem Sie sich nicht von der Versicherungspflicht befreien lassen. So müssen Arbeitnehmer zwar monatlich in die Rentenkasse einzahlen, allerdings ergibt sich daraus eine höhere Rente im Alter sowie ein Bonus während der Mutterschaft und weitere Vorteile.

Wie Sie sehen, gibt es einige steuerliche und versicherungsrechtliche Abgaben, die insbesondere der Arbeitgeber bei Anstellung eines geringfügig Beschäftigten leisten muss. Allerdings fallen auch für den Arbeitnehmer Pauschalbeiträge an, die im gewerblichen Minijob niedriger sind als beim Nebenjob im Privathaushalt. Am geringsten sind die Abgaben jedoch bei einem kurzfristigen Minijob, da hier die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wegfallen.

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