Minijob anmelden: Aktuelle Infos, Formulare und Kosten für Arbeitgeber

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Inhaltsverzeichnis:
  1. Unterscheidung zwischen gewerblichen und privaten Minijobs
    1. Gewerbliche Minijobs: Aktuelle Pauschalabgaben im Überblick
    2. Private Minijobs: Geringere Abgaben und weniger Aufwand
  2. Anmeldung eines gewerblichen Minijobs: Die 10 häufigsten Fragen
    1. Frage 1: Welche Daten braucht die Minijob-Zentrale?
    2. Frage 2: Was ist der Tätigkeitsschlüssel in der Sozialversicherung?
    3. Frage 3: Wie funktioniert die elektronische Datenübertragung an die Zentrale?
    4. Frage 4: Was ist die achtstellige Betriebsnummer und wie wird Sie beantragt?
    5. Frage 5: Wann gilt eine Sofortmeldung des Minijobbers?
    6. Frage 6: Was gilt es bei den Beitragsnachweisen zu beachten?
    7. Frage 7: Wann sind die Abgaben für gewerbliche Minijobs fällig?
    8. Frage 8: Ist es möglich, den Minijobber rückwirkend anzumelden?
    9. Frage 9: Was müssen Arbeitnehmer bei der Anmeldung eines Minijobs beachten?
    10. Frage 10: Welchen Einfluss hat ein Minijob auf den Bezug von Arbeitslosengeld?
  3. Wie funktioniert die Abmeldung eines gewerblichen Minijobs?
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Ihr Betrieb braucht Mitarbeiter mit flexibler Verfügbarkeit? Da ist ein Minijobber genau das Richtige. Zur gewerblichen Anmeldung von geringfügig Beschäftigten bei der Minijob-Zentrale müssen Arbeitgeber einige Unterlagen einreichen. Zudem kommen für gewerbliche Arbeitgeber und Arbeitnehmer laufende Beitragszahlungen durch Versicherungen sowie Umlagen und Steuern hinzu. Wir erklären Ihnen im Folgenden, welche Formulare Sie für die Anmeldung und Abmeldung von Minijobbern bei der Bundesknappschaft brauchen und welche genauen Kosten und Abgaben auf Sie zukommen.

Unterscheidung zwischen gewerblichen und privaten Minijobs

Die Minijob-Zentrale bzw. die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See unterscheidet zwischen gewerblichen Minijobs und solchen im Privathaushalt. Der Arbeitgeber muss zur Anmeldung entsprechende Formulare ausfüllen und Unterlagen des in Zukunft geringfügig Beschäftigten einreichen. Zudem unterscheidet man zwischen 450-Euro-Minijobs (unbefristet) und kurzfristigen Minijobs (über drei Monate oder 70 Tage).

Je nach Beschäftigung im Gewerbe oder Privathaushalt fallen Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, zur gesetzlichen Unfallversicherung sowie Umlagen und Steuern an. Wir haben nun alle Abgaben für gewerbliche Minijobs zusammengefasst und erklären anschließend kurz und knapp, was bei der Anmeldung von Nebenjobs im Privatbereich gilt.

Gewerbliche Minijobs: Aktuelle Pauschalabgaben im Überblick

Als gewerblicher Arbeitgeber eines geringfügig Beschäftigten auf 450-Euro-Basis fallen die höchsten Abgaben an. Sie müssen mit monatlichen Beiträgen pro beschäftigtem Minijobber rechnen. Diese setzen sich aus den folgenden Abgabearten zusammen, in denen jeweils der Brutto-Verdienst Ihres Minijobbers als Berechnungsgrundlage gilt:

  • Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung (KV): 13 %
  • Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (RV): 15 %
  • Beitragsanteil des Minijobbers bei Rentenversicherungspflicht (RV): 3,6 %
  • Pauschalsteuer: 2 %
  • Umlage 1 – Aufwendung bei Krankheit (U1): 1 %
  • Umlage 2 – Aufwendung bei Schwangerschaft/Mutterschaft (U2): 0,39 %
  • Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung (UV): individuell, je nach Träger
  • Insolvenzgeldumlage: 0,06 %

Private Minijobs: Geringere Abgaben und weniger Aufwand

Im Privatbereich müssen Sie als Arbeitgeber mit nur halb so hohen Abgaben wie im Gewerbe rechnen. Auch der bürokratische Aufwand, wenn Sie etwa eine Haushaltshilfe einstellen möchten, ist deutlich geringer. Aus diesem Grund hat die Minijob-Zentrale für zur Anmeldung von geringfügig Beschäftigten zu haushaltsnahen Tätigkeiten den sogenannten Haushaltscheck eingeführt. Dieser ermöglicht eine formell vereinfachte Anmeldung bei der Bundesknappschaft.

Für Arbeitnehmer auf 450-Euro-Basis in Privathaushalten erhöht sich der eigene Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung allerdings von 3,6 % im gewerblichen Bereich auf 13,6 % des Brutto-Verdienstes.

Anmeldung eines gewerblichen Minijobs: Die 10 häufigsten Fragen

Als Arbeitgeber im Gewerbe müssen Sie jeden neuen Minijobber bei der Zentrale anmelden. Dazu bedarf es einiger Angaben zu Ihrem neuen Angestellten und der Beschäftigung. Zudem müssen Sie die Daten des 450-Euro-Minijobbers an die gesetzliche Unfallversicherung als Zweig der Sozialversicherung übermitteln, um somit Ihrer Beitragspflicht nachzukommen.

Hier sind die häufigsten Fragen zum Thema Anmeldung eines gewerblichen Minijobs:

Frage 1: Welche Daten braucht die Minijob-Zentrale?

Die Bundesknappschaft benötigt vom Arbeitgeber alle personenbezogenen Daten des Arbeitnehmers und sämtliche Informationen zur Beschäftigung wie etwa das Datum des Antritts. Um Fehler zu vermeiden und alle persönlichen Daten Ihres neuen geringfügig Beschäftigten richtig anzugeben, entnehmen Sie diese am besten amtlichen Dokumenten wie dem Personal- oder Sozialversicherungsausweis.

Zudem müssen Sie die Sozialversicherung mithilfe des Tätigkeitsschlüssels über den Eintritt (Meldegrund 10) des Minijobbers in Ihren Betrieb informieren.

Frage 2: Was ist der Tätigkeitsschlüssel in der Sozialversicherung?

Zu Anmeldung Ihres Angestellten zum Minijob müssen Sie mit der Sozialversicherung in Kontakt treten. Dazu nutzen Sie das Schlüsselverzeichnis von der Bundesagentur für Arbeit, in dem jede Tätigkeit in einem Betrieb einen bestimmten Schlüssel zugeordnet wird.

Der Tätigkeitsschlüssel besteht aus Angaben zur Tätigkeit, zum Schulabschluss und Ausbildungsabschluss des Arbeitnehmers sowie zur Arbeitnehmerüberlassung und Vertragsform. Er kann auf der Webseite der Arbeitsagentur individuell ermittelt werden.

Frage 3: Wie funktioniert die elektronische Datenübertragung an die Zentrale?

Die Anmeldung des Arbeitnehmers auf 450-Euro-Basis bei der Minijob-Zentrale muss in Form elektronischer Datenübermittlung über ein geeignetes Software-Programm oder mittels der maschinell auswertbaren Formulare zum Ausfüllen erfolgen. Nur so können die übermittelten Daten angemessen verwaltet werden.

Eines der am häufigsten verwendeten Programme für Arbeitgeber ist „sv.net“. Dank der Ausfüllhilfe auf der Webseite können Sie die Anmeldung einer neuen Arbeitskraft einfach durchführen und auch die Beitragsnachweise Ihrer Minijobber einreichen. Die Daten sind bei der Übertragung geschützt und werden verschlüsselt.

Frage 4: Was ist die achtstellige Betriebsnummer und wie wird Sie beantragt?

Für die Erstanmeldung eines Minijobbers bei der Minijob-Zentrale benötigen Sie eine achtstellige Betriebsnummer, die Sie bei der Anmeldung zur Sozialversicherung und den monatlichen Zahlungen der Pauschalbeiträge angeben müssen. Beantragen können Sie diese Nummer online beim zuständigen Service (BNS) der Bundesagentur für Arbeit.

Frage 5: Wann gilt eine Sofortmeldung des Minijobbers?

Insbesondere in der Wirtschaftsbranche (Baugewerbe, Gaststätten, Gebäudereinigung usw.) ist die Meldung über das Datum des Arbeitsbeginns des Minijobbers spätestens am Tag des Beschäftigungsantritts erforderlich. Diese Sofortmeldung (Meldegrund 20) muss unabhängig von der allgemeinen Anmeldung bei der Datenstelle der zuständigen Rentenversicherung eingehen.

Frage 6: Was gilt es bei den Beitragsnachweisen zu beachten?

Vor jeder monatlichen Zahlung an die Minijob-Zentrale müssen Sie einen Beitragsnachweis einreichen. In diesem teilen Sie die Gesamtsumme aller Pauschalbeträge Ihrer geringfügig Beschäftigten in dem jeweiligen Kalendermonat mit. Falls Sie den Beitragsnachweis nicht vor der Fälligkeit aller Beträge elektronisch an die Minijob-Zentrale übermitteln, muss diese den Gesamtbetrag aller Abgaben schätzen. Bei gleichbleibenden Abgaben können Sie einen Dauer-Beitragsnachweis einrichten.

Frage 7: Wann sind die Abgaben für gewerbliche Minijobs fällig?

Die Beiträge und Pauschalabgaben sind monatlich und fristgerecht an die Minijob-Zentrale zu entrichten. Dabei ist es irrelevant, wann Sie als Arbeitgeber den Lohn an Ihre Angestellten auszahlen. Die Abgaben sind spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des jeweiligen Monats fällig. Bei einer verspäteten Zahlung berechnet die Bundesknappschaft einen Säumniszuschlag.

Frage 8: Ist es möglich, den Minijobber rückwirkend anzumelden?

Es ist nicht möglich, die Minijob-Zentrale rückwirkend über die geringfügige Beschäftigung zu informieren. Eine verspätete Anmeldung des Minijobbers fällt in den Bereich der Schwarzarbeit und gilt somit als Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 500.000 Euro (§ 8 Bußgeldvorschriften des SchwarzArbG) bestraft wird.
Es ist jedoch nicht empfohlen, in Bezug auf das Datum des Beschäftigungsbeginns zu lügen, denn dann drohen Ihnen im schlimmsten Fall noch höhere Strafen.  

Frage 9: Was müssen Arbeitnehmer bei der Anmeldung eines Minijobs beachten?

Der Arbeitgeber muss den Minijobber, den er in seinem Betrieb einstellt, anmelden. Der Arbeitnehmer hat in dieser Hinsicht keine Verpflichtungen, muss allerdings die Arbeitsagentur oder das Jobcenter über seine Beschäftigung informieren, insofern er arbeitssuchend gemeldet ist und sich aktuell in der Job-Vermittlung befindet.

Frage 10: Welchen Einfluss hat ein Minijob auf den Bezug von Arbeitslosengeld?

Die Sozialleistungen in Form von Arbeitslosengeld durch das Arbeitsamt bleiben bei einer geringfügigen Beschäftigung bestehen, insofern der Verdienst nicht den Freibetrag von 165 Euro im Monat übersteigt. Andernfalls verringert sich das Arbeitslosengeld um den zusätzlichen Lohn bzw. das Gehalt (ausgenommen sind Reinigungskosten für Arbeitskleidung, Arbeitsmaterial, Fahrtkosten).

Wie funktioniert die Abmeldung eines gewerblichen Minijobs?

Die Abmeldung Ihres geringfügig Beschäftigten führen Sie am besten über die Webseite der Minijob-Zentrale durch. Hier haben Sie neben der Änderung der Arbeitnehmerdaten oder Ihrer Bankverbindung auch die Möglichkeit, das Ende der Beschäftigung zu melden. Mithilfe des maschinellen Formulars können Sie so ganz einfach und jederzeit Ihren 450-Euro-Jobber abmelden.

Wie Sie gesehen haben, ist es Ihre Aufgabe, als Arbeitgeber für die korrekte Anmeldung eines geringfügig Beschäftigten bei der Minijob-Zentrale und der Sozialversicherung zu sorgen. Wenn Sie unsere Tipps und Informationen zur gewerblichen Anmeldung eines Minijobbers und zur Beitragszahlung an die Bundesknappschaft befolgen, können Sie sorglos Angestellte auf 450-Euro Basis in Ihrem Betrieb beschäftigen. Für Arbeitnehmer besteht meist kein Handlungsbedarf bei Antritt einer geringfügigen Beschäftigung bis auf die Übermittlung aller notwendigen persönlichen Daten an den neuen Arbeitgeber.

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