Kurzfristige Minijobs: Die wichtigsten Infos im Überblick


© VectorMine | shutterstock.com
Als Minijobs werden jegliche geringfügige Beschäftigungen bezeichnet. Allerdings unterscheidet man in zwei verschiedene Varianten: der 450-Euro-Minijob und der kurzfristige Minijob. Ganz gleich, ob geringer Verdienst oder kurzfristige Beschäftigung, beide Varianten eignen sich perfekt, um sie neben der Hauptbeschäftigung, dem Studium oder während der Rente auszuüben.

Kurzfristiger Minijob: Was ist das?

Der kurzfristige Minijob unterscheidet sich insofern vom klassischen monatlichen 450-Euro-Nebenjob, als dass hier keine Verdienstgrenze festgelegt ist und lediglich eine Ausübungsdauer von maximal 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen jährlich erlaubt ist. Diese Form der kurzfristigen Beschäftigung kann sowohl im gewerblichen Sektor als auch im Privathaushalt ausgeübt werden und eignet sich optimal als Ferienjob.

Welche genauen Zeitgrenzen bei der Ausübung eines kurzfristigen Minijobs einzuhalten sind, ob eventuell Abgaben und Steuern auf Sie zukommen und was Sie sonst noch beachten sollten, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Zeitliche Befristung bei kurzfristigen Minijobs

Kurzfristige Minijobs haben eine festgelegte Dauer von 3 Monaten oder maximal 70 Arbeitstagen in einem Kalenderjahr. Die Beschränkung auf 3 Monate beinhaltet eine feste Arbeitszeit von mindestens fünf Arbeitstagen pro Woche. Wird sich allerdings für die 70 Tage Regelung entschieden, darf der Minijobber weniger als fünf Tage wöchentlich arbeiten.

Die Form der kurzfristigen Beschäftigung und dessen zeitliche Begrenzung muss vor Antritt der Arbeit vertraglich festgelegt sein. Wichtig ist: Hier gibt es keine 450-Euro Verdienstgrenze!

Gewerbliche oder private Ausübung kurzfristiger Minijobs

Ein kurzfristiger Minijob kann, genau wie der 450-Euro-Minijob, sowohl im gewerblichen Bereich als auch im Privathaushalt ausgeübt werden. Beide Möglichkeiten unterliegen den gleichen Vorgaben und Einschränkungen. Allerdings bietet ein kurzfristiger Minijob im Privathaushalt einige Vorzüge, da Sie als Arbeitnehmer von geringeren Abgaben profitieren und sich auch für den Arbeitgeber steuerliche Vorteile ergeben.

Berufsmäßigkeit: Restriktionen von kurzfristigen Minijobs

Die Einschränkung der Berufsmäßigkeit meint, dass der kurzfristige Minijob nicht dazu dienen darf, Ihren gesamten Lebensunterhalt zu sichern. Er sollte dabei nur in geringem Maße von „wirtschaftlicher Bedeutung“ sein. Zur Beurteilung der Berufsmäßigkeit können zwei verschiedene Kriterien herangezogen werden: der persönliche Status und das Erwerbsverhalten. Für die folgenden aufgelisteten Personengruppen geht man von einer Berufsmäßigkeit der kurzfristigen Tätigkeit aus.

1. Kriterium der Berufsmäßigkeit: der persönliche Status

• Personen ohne Beschäftigung, die bei der Arbeitsagentur als Arbeits- oder Ausbildungssuchende gemeldet sind
• Personen mit ruhender Beschäftigung in Elternzeit oder unbezahltem Urlaub
• Personen zwischen Schulabschluss und Ausbildungsstart sowie Studienabsolventen

Diese Personen sind aufgrund Ihres Statuts sozialversicherungspflichtig und müssen dementsprechend gemeldet werden.

2. Kriterium der Berufsmäßigkeit: das Erwerbsverhalten

Personen, die vor Antritt des kurzfristigen Minijobs bereits eine Beschäftigung im Kalenderjahr ausgeübt und somit über der Maximalgrenze von 3 Monaten (90 Kalendertagen) oder 70 Arbeitstagen hinaus gearbeitet haben

Personen, die aufgrund von geringfügiger Beschäftigung oder kurzfristiger Tätigkeit maximal 450 Euro monatlich verdienen werden hier außer Acht gelassen.

Von der Prüfung der Berufsmäßigkeit ausgeschlossene Personengruppen

• Personen mit einer Hauptbeschäftigung
• Selbstständige
• Freiwillige im Wehrdienst
• Bezieher von Vorruhestandsgeld
• Freiwillige im sozialen oder ökologischen Jahr
• Teilnehmer im Bundesfreiwilligendienst

Studenten und Rentner stellen eine gesonderte Gruppe dar, denn Sie sind noch nicht bzw. nicht mehr voll erwerbstätig und stehen dem Stellenmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung. Sie sind bei der Ausübung eines kurzfristigen Minijobs daher nicht berufsmäßig tätig.

Mehrere kurzfristige Minijobs gleichzeitig?

Möchten Sie mehr als einen kurzfristigen Minijob ausüben oder haben Sie innerhalb eines Jahres mehrere kurzfristige Beschäftigungen geplant? Das ist grundsätzlich möglich! Sie sollten allerdings unbedingt beachten, dass die Arbeitszeiten aller Jobs zusammengerechnet werden.

Achtung! Das Ausüben mehrerer kurzfristiger Beschäftigungen bei ein und demselben Arbeitgeber wird als einheitliche Beschäftigung betrachtet.

Das Addieren der einzelnen kurzfristigen Minijobs

Hier wird die 3-Monatsgrenze auf 90 Kalendertage verallgemeinert. Demzufolge können beispielsweise drei Tätigkeiten dieser Form im selben Jahr ausgeübt werden, insofern sie die 90 Arbeitstage insgesamt nicht übersteigen. Ganz gleich, wie viele kurzfristige Beschäftigungen Sie parallel ausüben möchten, insgesamt dürfen die zeitlichen Befristungen von 90 Arbeitstagen im Kalenderjahr also nicht überschritten werden.
Sobald Sie diese Bedingungen nicht mehr einhalten und über die Befristung hinaus arbeiten, fallen alle ausgeübten Minijobs in die Sozialversicherungspflicht.

Mögliche Abgaben und Steuern bei kurzfristigen Minijobs

Sozialversicherungspflicht

Während der Ausübung einer oder mehrerer kurzfristiger Beschäftigungen, müssen Sie keine Sozialabgaben leisten, insofern Sie sich an die Gesetzmäßigkeiten der zeitlichen Befristung halten. Demnach entfallen sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber die teuren Beiträge zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.
Übersteigt Ihre Arbeitszeit allerdings die Vorgaben und verdienen Sie unter 450 Euro im Monat, dann handelt es sich um eine normale geringfügige Beschäftigung. Liegt Ihr monatlicher Verdienst über den festgesetzten 450 Euro, dann ist die von Ihnen ausgeübte Beschäftigung sozialversicherungspflichtig.

Steuerpflicht durch den Arbeitgeber

Bei kurzfristigen Minijobs gilt für alle Personengruppen Steuerpflicht. Sie können vom Arbeitgeber jedoch auf zwei verschiedene Weisen besteuert werden:

Individuelle Lohnsteuer nach Ihrer Lohnsteuerklasse oder durch eine pauschale Lohnsteuer von 25 Prozent, wenn die folgenden Bedingungen eintreffen:

• Es handelt sich nur um eine kurzfristige Beschäftigung ohne Regelmäßigkeit
• Eine Arbeitszeit von maximal 18 aufeinanderfolgenden Arbeitstagen wird eingehalten
• Ein maximaler Stundenlohn von 12 Euro oder 62 Euro pro Arbeitstag gezahlt wird

Kurzfristige Minijobs stellen somit eine gute Alternative zum klassischen 450-Euro-Nebenjob dar, um in kurzer Zeit fast unbegrenzt Geld dazuzuverdienen und dabei keine Sozialabgaben entrichten zu müssen. Außerdem bieten sie den Vorteil, dass man sie nach Bedarf einfach kombinieren sowie spontan und flexibel ausüben kann.

Lillia Seifert, am 18.11.2019

© Monkey Business Images / shutterstock.com

 

© Monkey Business Images / shutterstock.com